NZTZUG Für Autohäuser

Zulassungssoftware für Autohäuser: vom Verkauf bis zum Bescheid

Ein Autohaus kann die Zulassung für seine Käufer als Bevollmächtigter übernehmen und über die Großkundenschnittstelle des Kraftfahrt-Bundesamts digital einreichen. Die Schnittstelle ermittelt die zuständige Zulassungsbehörde selbst: Maßgeblich ist der Wohnort des Käufers, nicht der Standort des Autohauses. Hier stehen die Antworten auf die Fragen, die Käufer rund um die Zulassung stellen.

Software für Autohäuser: Neuwagen, Vorführer und Gebrauchtwagen

Im Autohaus treffen mehrere Zulassungsaufgaben aufeinander. Neuwagenverkauf, eigene Vorführfahrzeuge und Inzahlungnahmen benötigen jeweils eine andere Vorbereitung. Das Zulassungsprogramm sollte deshalb mit den Fällen geprüft werden, die Ihre Disposition tatsächlich bearbeitet.

Zulassungsaufgaben im Autohaus und in einer Händlergruppe
SituationWas die Disposition vorbereitetPassender Ablauf
Neuwagen für einen PrivatkundenKäuferdaten, Fahrzeugdaten, eVB und erforderliche FreigabenNeuzulassung auf den Käufer
Vorführwagen für den BetriebTatsächlichen betrieblichen Halter und geplante Nutzung festlegenPassende Zulassung auf den Betrieb; eine Tageszulassung endet am selben Tag
GebrauchtwagenverkaufSicherheitscodes und Daten des neuen Halters abgleichenUmschreibung oder Wiederzulassung je Ausgangslage
Fahrzeug geht in den abgemeldeten BestandBenötigte Dokumente und Codes zusammenstellenAußerbetriebsetzung
Mehrere Autohäuser einer GruppeAuftrag, Standort, Halter und Ansprechpartner eindeutig zuordnenJe Fahrzeug den richtigen Antrag vorbereiten; Zugänge und Organisation vorab besprechen

Für eine Händlergruppe ist besonders wichtig, dass Verkauf, Disposition und Übergabe dieselben Informationen verwenden. Stimmen Sie intern ab, welcher Standort einen Auftrag vorbereitet und wer Rückfragen übernimmt. Eine gemeinsame Marke sagt noch nichts darüber aus, welche Gesellschaft rechtlich als Halter im Antrag stehen muss.

Software im Betrieb

Zulassungen zwischen Verkauf und Fahrzeugübergabe organisieren

Die Disposition braucht vor der Übergabe einen vollständigen Auftrag. Legen Sie im Autohaus fest, wer Käuferdaten und eVB übernimmt, wer die Vollmacht anfordert und wer die Einreichung prüft. Die Zusammenfassung im Browser hilft dabei, Fahrzeug und Halter vor dem Versand gemeinsam zu kontrollieren.

Planen Sie bei jeder Auslieferung zwei getrennte Meilensteine: vollständige Unterlagen und bestätigtes Zulassungsergebnis. Ein abgesendeter Antrag ist noch keine genehmigte Zulassung. Fehlende Unterschriften oder eine manuelle Prüfung durch die Behörde können den Übergabetermin beeinflussen.

  • FIN mit dem tatsächlich verkauften Fahrzeug abgleichen.
  • Halterdaten und gewünschtes Kennzeichen vor dem Absenden bestätigen lassen.
  • Rückmeldung und vorhandene Nachweise vor der Übergabe lesen.

Für Inzahlungnahmen und Bestandsfahrzeuge ergänzt die Seite Zulassungssoftware für Gebrauchtwagenhändler diesen Ablauf. Softwaremodell, amtliche Gebühren und Ihre internen Zeiten vergleichen Sie unter Kosten und Konditionen.

Prüfansicht mit Fahrzeug und Halter vor der Einreichung einer Neuzulassung; Musterdaten
Einblick ins PartnerportalOriginalansicht mit Musterdaten. Bildnachweis und Nutzungsrechte.

Darf das Autohaus die Zulassung für den Käufer übernehmen?

Ja. Das Autohaus stellt den Antrag im Namen des Käufers als Halter und braucht dafür eine Vollmacht nach Anlage 12 der FZV (§ 37 Abs. 4 FZV). Bei einer Privatperson muss die Vollmacht qualifiziert elektronisch signiert sein, bei einer Firma trägt sie ein qualifiziertes elektronisches Siegel oder die Signatur eines geprüften Vertretungsberechtigten (§ 38 FZV).

Einen Personalausweis mit Online-Funktion braucht der Käufer dafür nicht. Er erhält einen Link, identifiziert sich beim Vertrauensdiensteanbieter und signiert – am Verkaufstisch oder später von zu Hause. Über das Formular nach Anlage 12 willigt er zugleich ein, dass Fahrzeug- und Halterdaten an den Einreichenden übermittelt werden dürfen (§ 38 Abs. 1 FZV).

Kann ein Autohaus ein Fahrzeug in einem anderen Landkreis oder Bundesland zulassen?

Ja, bundesweit. Bei Zulassungsanträgen ermittelt die Großkundenschnittstelle die zuständige Zulassungsbehörde automatisch und leitet den Antrag dorthin (§ 38 Abs. 5 FZV). Ein Autohaus in Wiesbaden reicht die Zulassung für einen Käufer aus Hamburg also genauso ein wie für einen Kunden aus dem Nachbarort – ohne Botenfahrt und ohne Termin in einer fremden Zulassungsstelle.

„Bei einem Antrag auf Erstzulassung, Tageszulassung, Wiederzulassung, Halterwechsel oder Wohnsitzwechsel ist durch die Großkundenschnittstelle … die zuständige Zulassungsbehörde zu ermitteln …“

§ 38 Abs. 5 Nr. 2 FZV

Voraussetzung ist, dass die Behörde am Wohnort des Käufers die internetbasierte Zulassung nutzt; in der Übersicht des KBA sind 377 der 411 gelisteten Zulassungsbehörden als i-Kfz-Nutzer markiert (KBA, Großkundenschnittstelle, abgerufen am 13.09.2026). Das Unterscheidungszeichen richtet sich in der Regel nach dem Bezirk des Halters; ein Wunschkennzeichen reserviert der Käufer bei der Behörde seines Wohnorts.

Wie lange dauert die Zulassung, wenn das Autohaus sie digital einreicht?

Bei automatisierter Bearbeitung liegt die Entscheidung meist nach wenigen Minuten vor; das Fahrzeug darf dann mit dem vorläufigen Zulassungsnachweis bis zu 14 Tage ohne Stempelplaketten fahren. Plaketten und Zulassungsbescheinigung Teil I kommen per Post.

  1. Tag 0

    Antrag übermittelt

    Die Software prüft Pflichtfelder und Schema, die Großkundenschnittstelle nimmt den Antrag an und vergibt eine Antragsnummer.

  2. + Minuten

    Entscheidung im Postfach

    Median 2,4 Minuten bei 17 automatisiert entschiedenen Anträgen unserer Geschäftskunden (20.08.–10.09.2026). Kann die Behörde nicht automatisiert entscheiden, bearbeitet sie den Antrag manuell (§ 39 Abs. 1 FZV).

  3. sofort

    Übergabe an den Käufer

    Mit dem vorläufigen Zulassungsnachweis darf das Fahrzeug bis zum Empfang der Plaketten fahren, längstens 14 Tage (§ 31 FZV in Verbindung mit § 40 FZV).

  4. ≤ 6 Tage

    Versand der Plaketten

    Zulassungsbescheinigung Teil I, Stempelplaketten und Plakettenträger werden spätestens sechs Kalendertage nach Bekanntgabe der Entscheidung versendet (§ 26 Abs. 4 Nr. 4 FZV).

  5. bei Eingang

    Plakettenträger anbringen

    Der Halter bringt die Plakettenträger unverzüglich auf den Kennzeichenschildern an (§ 26 Abs. 5 FZV).

Was braucht das Autohaus vom Käufer für die Zulassung?

Für eine Neuzulassung braucht das Autohaus vom Käufer die eVB-Nummer der Versicherung, ein SEPA-Lastschriftmandat für die Kfz-Steuer und die signierte Vollmacht. Bei einem Gebrauchtwagen kommen die Sicherheitscodes der Bescheinigungen und Plaketten hinzu.

Angaben vom Käufer je Fall (Auszug, Stand 09/2026)
AngabeNeuwagenGebrauchtwagen mit HalterwechselGrundlage
eVB-Nummer der Kfz-Versicherungjaja§ 26 Abs. 2 Nr. 2 FZV
SEPA-Mandat für die Kfz-Steuerjaja§ 26 Abs. 2 Nr. 3 FZV
Vollmacht mit qualifizierter Signaturjaja§§ 37, 38 FZV
Sicherheitscodes der Zulassungsbescheinigungen–ja, welche genau, hängt vom Vorgang ab§ 26 Abs. 1 Nr. 4 FZV, Prüfregeln des KBA
Sicherheitscodes der Stempelplaketten–ja, für jedes vorhandene KennzeichenschildPrüfregeln des KBA
Wunschkennzeichenoptional, mit Reservierungoptional, mit Reservierung–

Die Fahrzeugdaten eines Neuwagens stammen aus der Übereinstimmungsbescheinigung. Welche Pflichtangaben für den konkreten Vorgang noch fehlen, zeigt die Software vor dem Versand am jeweiligen Feld.

Was kostet der Zulassungsservice im Autohaus?

Der Preis einer Zulassung im Autohaus setzt sich aus drei Teilen zusammen: den amtlichen Gebühren nach der Gebührenordnung für Maßnahmen im Straßenverkehr, dem Servicepreis, den das Autohaus seinem Käufer berechnet, und den Kosten der Einreichung. Die amtlichen Gebühren begleichen wir und weisen sie ohne Aufschlag als eigene Rechnungsposition aus; den Servicepreis legt das Autohaus selbst fest.

Die Einreichung rechnen wir je Vorgang ab – ohne Grundgebühr, ohne Laufzeit und ohne Mindestabnahme. Für den Autohandel greift die erste Rabattstufe ab fünf Vorgängen im Monat; die Sätze vereinbaren wir je Betrieb.

Wie groß der Hebel gegenüber einem externen Dienstleister sein kann, hat der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe für sein eigenes Onlineangebot berechnet: bis zu 70 Euro Ersparnis pro Vorgang, bei rund 500 Zulassungen im Jahr bis zu 35.000 Euro (ZDK). Die Zahl zeigt die Größenordnung, keine Zusage für jeden Betrieb.

TZ § 7 FZV

Kann ein Autohaus eine Tageszulassung online beantragen?

Ja. Die Tageszulassung ist eine Erstzulassung, die nur für den Tag gilt, an dem sie wirksam wird; mit Ablauf dieses Tages gilt das Fahrzeug ohne weiteren Antrag als außer Betrieb gesetzt (§ 7 FZV). Sie gehört zu den Anträgen, die über die Großkundenschnittstelle gestellt werden dürfen (§ 33 FZV).

  • Die Kennzeichenschilder brauchen keine Abstempelung (§ 7 Abs. 1 FZV).
  • Der vorläufige Zulassungsnachweis nennt das Datum der Zulassungsentscheidung und das Datum der Außerbetriebsetzung (§ 7 Abs. 3 FZV).
  • Beim Fahren muss der Nachweis bis Tagesende von außen gut lesbar im Fahrzeug ausliegen (§ 7 Abs. 4 FZV).
  • Die Tageszulassung ist einer der sechs Geschäftsvorfälle, für die unsere Software vom KBA abgenommen wurde.

Weitere Fragen aus dem Autohaus

Eignet sich die Autohaus-Software auch zur Verwaltung von Tageszulassungen?

Die Zulassungssoftware unterstützt Tageszulassungen als eigenen Geschäftsvorfall. Ihr Team erfasst den jeweiligen Antrag und verfolgt die Rückmeldung im Portal. Planung, Verkaufsfreigabe und interne Zuordnung der Fahrzeuge müssen Sie mit Ihrer Disposition abstimmen; eine Zulassungssoftware ist nicht automatisch ein vollständiges Händler-Management-System.

Braucht das Autohaus für das Zulassungsprogramm eine Installation?

Nein, die Anwendung wird im Webbrowser genutzt. Klären Sie vor der Einführung, welche Mitarbeiter Anträge vorbereiten und wer sie abschließend kontrolliert. Für eine Verbindung mit vorhandener Händler- oder Dispositionssoftware muss der konkrete Umfang gesondert besprochen werden.

Muss der Käufer zum Unterschreiben ins Autohaus kommen?

Nein. Die Vollmacht wird über einen Link qualifiziert elektronisch signiert. Der Käufer kann das am Verkaufstisch auf seinem Smartphone erledigen oder später von zu Hause; die qualifizierte Signatur ersetzt die handschriftliche Unterschrift.

Was passiert, wenn die Zulassungsbehörde einen Antrag ablehnt?

Die Ablehnung erscheint im Vorgang mit dem Hinweis der Behörde und, soweit zuordenbar, dem betroffenen Feld. Das Autohaus korrigiert die Angabe und reicht erneut ein; eine unveränderte Wiederholung desselben Antrags hält die Software zurück, weil sie zum selben Ergebnis führen würde.

Kann das Autohaus ein reserviertes Wunschkennzeichen verwenden?

Ja. Das reservierte Kennzeichen wird mit der Reservierungs-PIN in den Antrag übernommen. Meldet die Behörde, dass die Reservierung nicht verwendet werden kann, lässt sich das nur mit der Behörde klären, bei der reserviert wurde.

Kann das Autohaus auch Gebrauchtwagen ab- und wieder anmelden?

Ja. Außerbetriebsetzung, Umschreibung und Wiederzulassung laufen über denselben Zugang. Für die Außerbetriebsetzung eines Kundenfahrzeugs ist keine Vollmacht nach Anlage 12 nötig (§ 37 Abs. 4 FZV).

Zulassung ins Autohaus holen

Sagen Sie uns, wie viele Fahrzeuge Sie im Monat zulassen – Sie erhalten werktags binnen 24 Stunden ein Angebot.

Stand der Angaben: · Rechtsgrundlagen: FZV (gesetze-im-internet.de) · Kostenvergleich: ZDK